Jack Russell, 07. September 2004

Lucy ist mein Hund mit den zwei Gesichtern. Auf der einen Seite hat sie die Allüren und das Benehmen einer Prinzessin – d.h. sie verlässt bei Regen nicht das Haus, friert bei unter 15 Grad Celsius, schläft gern kuschlig warm (am liebsten im Bett) und ist immer ein bisschen vornehmer als der Rest. Auf der anderen Seite ist sie ein kleiner Teufel – d.h. während sie einen mit ihrer Nettigkeit umschmeichelt, klaut sie in der nächst besten Situation das Brötchen vom Tisch, man hat nur eine Sekunde nicht hingeguckt. Bei ihr muss man immer auf der Hut sein. Es ist nicht immer nett, was nett scheint. Hinterlist ist eine ausgeprägte Eigenschaft.

LucySie ist mein 2. Hund. In den ersten 1,5 Jahren wusste ich gar nicht recht, was ich mit anfangen sollte. Natürlich habe ich mit ihr Welpengruppe und Grundausbildung gemacht und das lief auch alles gut, aber als es darum ging ihr Interesse an etwas bestimmten zu entdecken, war ich anfänglich ratlos. Agility mochte sie nicht, Clickern/Tricksen fand sie so stressig, dass sie mir zweimal vor lauter Stress in die Wohnung gemacht hat. Spielen/Apportieren war undenkbar. Eines Tages ist der Knoten dann aber glücklicherweise geplatzt. Als sie ein dreiviertel Jahr alt war, kam Fips dazu und ich habe mich zwangsläufig nicht mehr so intensiv mit ihr beschäftigen können, so dass sie in Ruhe „reifen“ konnte. Das Ergebnis ist großartig geworden:

Sie liebt mittlerweile das Obedience und geht in dieser Arbeit auf. Durch sie habe auch ich große Freude an diesem Sport gefunden. Sie hat die Begleithundeprüfung und ist schon ihr erstes Turnier recht erfolgreich gelaufen. Ich hoffe, es folgen noch das ein oder andere.

Da ich der Meinung bin, dass jeder Hund auch mit Nasenarbeit gefordert werden sollte, habe ich zunächst auch versucht mit Lucy zu trailen. Ganz ursprünglich sollte das mal ihr Job werden. Es hat sich aber herausgestellt, dass dies auch nicht ganz ihr Fall ist. Daher habe ich mit ihr ZOS begonnen. Ihr Bestreben eine Übung möglichst perfekt auszuführen, kommt ihr bei der geforderten Anzeige sehr entgegen. In der reinen Sucharbeit versucht sie immer möglichst effektiv und energiesparend zum Erfolg zu kommen, sprich sie ist ein bisschen oberflächlich und primär faul. Ans Ziel kommt sie aber leider nur über tatsächliche Arbeit. ZOS ist also die perfekte Arbeit um Madame mal ein bisschen herauszufordern.

 

Lucy 2011:

Der kleinen Lulu (einer der vielen Spitznamen) geht es prächtig. Ihre Arbeitsfelder liegen weiterhin in der ZOS und im Obedience. Letzteres ist und bleibt ihre Leidenschaft. In diesem Jahr versuchen wir unseren Aufstieg von der Klasse 1 in die Klasse 2. Wir sind in diesem Jahr schon mehrere Turniere gelaufen und das hat uns gut getan. Wir haben viel an Erfahrung und Routine dazu gewonnen. In der ZOS mühen wir uns gerade kräftig, aber ich hoffe letztlich mit Erfolg.

LucyLucy 2012:

Lucy ist in diesem Jahr ein wenig die" Verliererin" und eindeutig zu kurz gekommen ! Welpe, Selbständigkeit und die Tatsache einer von vielen zu sein, fordern ihren Tribut und sie musste leider dafür zahlen. Es geht und ging ihr das ganze Jahr über gut, aber für unsere gemeinsame Leidenschaft: das Obedience habe ich mir in diesem Jahr außer auf einem Seminar leider einfach nicht die Zeit genommen. Das soll im nächsten Jahr unbedingt anders werden !

Auch wenn sie nun erst 8 Jahre ist, sieht aus wie unser ältester Hund: immer grauer wird ihr Gesicht. Ansonsten ist aber auch sie gesundheitlich gut davor.

Lucy 2013:

Die kleine wunderbare unscheinbare Lucy. Sie ist gut durch das Jahr gekommen und ist weiterhin gesund und munter. Zu meiner großen Freude entwickelt sich in den letzten Tagen dieses Jahres eine Verbindung und Offenheit gegenüber Phia. Immer öfter nehmen die beiden Kontakt zu einander auf und erlernen eine Art des gemeinsamen Spiels. Das ist wunderschön mit anzusehen. Ich bin sehr gespannt, wie sich das weiterentwickelt.

Im Obedience haben wir wieder mal keine Lorbeeren eingefahren, aber waren immerhin auf Seminaren und haben viel mehr zusammen trainiert -> und das auch immer wunderbar. Es ist immer toll zu sehen, wie sich auf das gemeinsame Training freut und wie sie es beizeiten regelrecht einfordert (haben wir bspw 3 Tage hintereinander mittags trainiert, dann stellt sie sich nach dem Spazi an die Tür und guckt erwartungsfroh, findet nichts statt, dann fügt sie sich stumm ihrem Schicksal und das geht mir richtig nah, aber manchmal geht es dann nicht).

Für 2014 stehen jedenfalls wieder mehr Obi.turniere auf dem Programm und dann kann das kleine Turnierluder hoffentlich wieder allen zeigen, was `ne Lucy ist.

 

Lucy 2014:

Lucy ist nach Emmas Tod noch einmal aufgeblüht und wirkt um einiges befreiter. Sie spielt wieder mehr mit den anderen Hunden und ist auch nach außen wieder offener geworden. Das ist schön mit anzusehen.

Mit ihren nunmehr 10 Jahren bekommt sie ein paar divenhafte Züge, aber das sei ihr gegönnt. :-)

Überhaupt ist für sie das Leben nun sehr angenehm, denn sie ist nun 10 Jahre alt und ich habe beschlossen, dass es nun genug ist mit "Hören müssen". Sie hat das 10 Jahre prima gemacht und nu is gut. Das Alter soll man ja schließlich genießen. Natürlich muss sie noch täglich notwendige Ableisten, aber es liegt ja am Hundeführer wie genau er hinschaut bei der einen oder anderen Sache. :-)

Im Obedience haben wir uns durch jahrelanges Stehenbleiben zu festgestanden als das sich das mal eben schnell durch Training beheben ließe und daher habe ich beschlossen, dass wir das nun so akzeptieren. Wir sind stattdessen ein paar Rally Obedience Prüfungen gelaufen und haben damit eine gute Alternative gefunden. Vielleicht machen wir das im nächsten Jahr weiter und/oder nehmen unsere Arbeit in der ZOS wieder auf -> dafür ist man / Hund ja nie zu alt.


Es ist ein wenig gewöhnungsbedürftig nun nur noch einen kleinen Hund zu haben, aber in Summe kommen wir damit alle gut zurecht.